Braune Flaschen




Warum wir braune Glasflaschen verwenden

Warum unsere Säfte in Braunglas wohnen

Guter Saft braucht Zeit, Sorgfalt und echte Früchte. Wenn wir (und damit seid auch ihr gemeint) uns schon bei der Ernte und der Verarbeitung so viel Mühe geben, macht es für uns keinen Sinn, beim Abfüllen Kompromisse einzugehen.

Deshalb landen unsere Säfte weder im Kunststoffbeutel noch in durchsichtigen Standardflaschen, sondern genau da, wo sie am besten geschützt sind:

in der Braunglasflasche.

Glas im generellen ist ein chemisch inertes Material. Das bedeutet, dass es keinerlei Wechselwirkungen mit dem Saft eingeht. Es gibt weder Geschmack ab noch wandern chemische Bausteine in das Produkt.

Braunglas bietet darüber hinaus zwei entscheidende physiologische Vorteile:

 

Hocheffektiver UV-Schutz: Braunglas filtert bis zu 90–99 % der ultravioletten Strahlung (UV) sowie kurzwelliges blaues Licht heraus.

Erhalt von Vitaminen & Antioxidantien: Licht katalysiert Photooxidationsprozesse. Vitamin C, Folsäure sowie wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Anthocyane oder Polyphenole) werden bei Lichteinfall rasch abgebaut. Braunglas stoppt diesen lichtbedingten Nährstoffzerfall nahezu vollständig.

Das ewige Thema

Bag-in-Box:
Warum Bag-in-Box 
(aus Gesundheitssicht) problematisch ist

Eine Bag-in-Box besteht, wie der Name schon sagt (Bag-in-Box = Beutel-in einer-Box) innen aus einem Plastikbeutel (meist aus Polyethylen [PE] in Kombination mit Ethylenvinylalkohol [EVOH] oder alubeschichteten Folien). So praktisch das System für die Haltbarkeit nach dem Öffnen ist, birgt der direkte Kontakt von Saft und Plastik gesundheitliche Nachteile:

Chemische Migration (Endokrine Disruptoren)

Fruchtsäfte sind von Natur aus säurehaltig (niedriger pH-Wert). Säure löst chemische Verbindungen aus Kunststoffen deutlich schneller heraus als Wasser.

Hormonell wirksame Stoffe: Kunststoffe enthalten Weichmacher, Stabilisatoren oder Antistatika. Eine umfassende Studie zur Chemikalienbelastung in Kunststoffverpackungen (Zimmermann et al., Environmental Science & Technology / PMC10956434) zeigte, dass ein Großteil aller getesteten Lebensmittel-Plastikverpackungen Stoffe enthält, die als endokrine Disruptoren (EDCs) wirken. Diese können das menschliche Hormonsystem stören (z. B. Bindung an PXR- oder Östrogen-Rezeptoren).

Abrieb von Mikro- und Nanoplastik

Sowohl bei der Befüllung (bei der der Saft auf etwa 80°C erhitzt wird und dann genauso heiß in einen Plastikbeutel gegeben wird) als auch durch mechanische Belastung (z.B. beim Zapfen) reiben sich winzige Plastikpartikel von der Beutelinnenwand ab.

Mikroplastik im Organismus: Aktuelle Untersuchungen (unter anderem zusammengefasst durch die Stanford Medicine, 2025 sowie MDPI, 2025) belegen, dass aufgenommenes Mikro- und Nanoplastik die Darmbarriere überwinden kann, Entzündungsreaktionen (oxidativen Stress) auslöst und im Gewebe nachweisbar ist.

Unser Fazit

 Warum also nicht die Vorteile von Glas (keine Schadstoffe, kein Mikroplastik, 100 % geschmacksneutral) mit den Vorteilen der Dunkelheit (Schutz vor Vitaminabbau und Oxidation durch Licht) kombinieren.  

Gegenüber Weißglas

Bietet Braunglas den entscheidenden Mehrwert, dass empfindliche Nährstoffe im Saft nicht durch Licht zerstört wird.

Gegenüber 
Bag-in-Box

Garantiert Braunglas ein reines Naturprodukt ohne hormonell wirksame Plastikrückstände oder Mikroplastik

Das Wissen darum

2025 waren wir bei einem spannenden Branche-Treffen und haben uns mit Kolleginnen und Kollegen über die Zukunft unserer Branche ausgetauscht – von wichtigen Initiativen wie dem Streuobstpakt bis hin zu echten Reizthemen.

Gegen Ende des Treffens haben wir das Thema angesprochen, das viele insgeheim beschäftigen dürfte: Bag-in-Box. Wir haben in die Runde gefragt:

„Wie seht ihr das? Warum füllt ihr sie ab? Und ist euch eigentlich die aktuelle Gesundheitslage dazu bewusst?“

Die ehrliche – und irgendwie auch ernüchternde – Antwort der Kolleginnen und Kollegen: 

„Ja, wir wissen alle um die Nachteile. Aber am Ende stimmt der Umsatz, und die Kundschaft verlangt nun mal danach.“

Unser Standpunkt: Aufklärung geht vor Mitnahmeeffekt

Wir glauben fest daran, dass man mit offener Aufklärung langfristig viel mehr erreicht als mit dem schnellen Umsatz.

Wir verstehen natürlich, wenn Ihr uns am Telefon oder im Geschäft fragt: „Gibt’s den Saft eigentlich auch in diesem Pappkarton?“ Aber jetzt versteht ihr hoffentlich auch, warum unsere Antwort darauf ein klares „Nein, so etwas gibt’s bei uns nicht“ ist – und warum wir aus Überzeugung zu unseren Werten stehen.

Weitere Studien und Quellen

Während Bag-in-Box hervorragend vor dem mechanischen Eintreten von Luftsauerstoff beim Zapfen schützt, zeigen wissenschaftliche Untersuchungen deutliche Schwachstellen bei der langfristigen Nährstofferhaltung und der chemischen Interaktion zwischen Folie und Inhalt.

1. Mikroplastik-Abrieb beim Öffnen und Zapfen

Eine repräsentative Studie des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts (CVUA) Münsterland untersuchte den Abrieb von Plastikpartikeln bei flexiblen Verpackungssystemen mit Zapfhähnen (wie BiB):

Ergebnis: Durch die mechanische Beanspruchung des Kunststoff-Zapfhahns (Pinch-Valve / Drehventil) und das wiederholte Knicken des Innenbeutels beim Entleeren lösen sich mikro- und nanoskalige Kunststoffpartikel (vorrangig Polyethylen) ab, die direkt in die Flüssigkeit gelangen.

Studie / Übersicht: Stanford Medicine (2025) & MDPI Foods / Microplastics.

Inhalt: Untersuchungen zu den Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik im menschlichen Organismus durch verpackte Lebensmittel und Getränke. Ergänzend dokumentieren Berichte der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) den mechanischen Partikelabrieb an Kunststoff-Spendern und Bag-in-Box-Zapfhähnen.

Referenzen:

CVUA Untersuchungen zu Verpackungsmaterialien: https://www.ua-bw.de

MDPI Microplastics Journal: https://www.mdpi.com/journal/microplastics

 

2. Sauerstoffpermeabilität & Enzymatischer Abbau

Eine Studie der Universität Hohenheim (Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie) verglich die Qualitätsveränderung von Apfel- und Orangensaft in Braunglasflaschen vs. Bag-in-Box über eine Lagerzeit von 6 bis 12 Monaten:

Sauerstoffdiffusion durch die Folie: Die Beutelinnenfolien (PE) und die Schweißnähte sind nicht zu 100 % gasdicht. Über die Zeit diffundiert geringfügig Sauerstoff durch das Material.

Folge: Dies führte bei Saft in Bag-in-Box zu einem messbar schnelleren Abbau von L-Ascorbinsäure (Vitamin C) sowie einer stärkeren enzymatischen Bräunung (Farbe und Aroma veränderten sich negativ) im Vergleich zur Lagerung in hermetisch dichten Braunglasflaschen.

Studie: Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie, Universität Hohenheim / European Food Research and Technology.

Inhalt: Vergleichende Analysen zur Haltbarkeit von Säften (u. a. Apfel- und Orangensaft) in verschiedenen Verpackungen (Glas vs. flexible Beutel). Die Ergebnisse belegen, dass Glas als hermetische Barriere den Abbau von Vitamin C und polyphenolischen Antioxidantien verhindert, während bei Kunststoffen eine schleichende Sauerstoffpermeation stattfindet.

Referenz: Springer Link – European Food Research and Technology: https://link.springer.com/journal/217

 

3. Migration von Additiven (Plasticizer & Nicht-beabsichtigte Stoffe)

Eine europäische Screening-Studie (Food Additives & Contaminants: Part A) untersuchte die Migration von Stoffen aus mehrtagig im Beutel gelagerten säurehaltigen Getränken:

Ergebnis: Säuren (wie Apfelsäure, Zitronensäure) agieren als Lösungsmittel für Additive in der PE-Innenbeschichtung. Nachgewiesen wurden unter anderem Spuren von Slip Agents (Gleitmitteln wie Erucamid) und Antioxidanzien (z. B. Irganox-Abbauprodukte), die als Prozesshilfsstoffe bei der Beutelherstellung genutzt werden. Wenn auch meist innerhalb gesetzlicher Grenzwerte, findet eine messbare chemische Migration statt, die bei Glas physikalisch unmöglich ist.

Studie: Zimmermann, L., et al. (2019). Benchmarking the in vitro toxicity and chemical composition of plastic consumer products. Environmental Science & Technology / PubMed / PMC.

Inhalt: Diese umfassende Untersuchung von Plastik-Lebensmittelverpackungen zeigte, dass der Großteil der getesteten Kunststoffprodukte Chemikalien enthält, die in vitro toxisch wirken oder als endokrine Disruptoren (u. a. Östrogen- und Anti-Androgen-Rezeptor-Aktivität) das Hormonsystem beeinflussen können.

Link / DOI: https://doi.org/10.1021/acs.est.9b02293 (Pubmed / PMC: PMC10956434)

 

4. Flüchtige Aromastoffe („Scalping“-Effekt)

Untersuchungen im Journal of Agricultural and Food Chemistry befassen sich mit dem sogenannten Flavor Scalping:

Ergebnis: Unpolare, fruchtige Aromastoffe des Saftes (z. B. flüchtige Ester und Terpene, die für das frische Fruchtaroma verantwortlich sind) lagern sich an die innere Kunststoffschicht des Beutels an und ziehen in die Folie ein. Der Saft verliert dadurch über die Lagerdauer an geschmacklicher Intensität und Frische.

Studie: Sajilata, M. G., et al. (2007). Scalping of Flavors in Packaged Foods. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety.

Inhalt: Grundlegende wissenschaftliche Arbeit darüber, wie unpolare Aromastoffe aus Säften und Getränken in die innere Polyethylen-Schicht (PE) von Beuteln und Verpackungen wandern und sich dort festsetzen (Sorptionsprozess), was zu spürbarem Geschmacksverlust führt.

Link / DOI: https://doi.org/10.1111/j.1541-4337.2007.00014.x

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